Erfolgreicher Protest gegen die NPD-Infotour!

Bis zu 40 Personen beteiligen sich an Protesten gegen die NPD. Neonazis um Klaus Beier entblößen sich mehrmals als Rassist_Innen und Sozialchauvinist_Innen. Nahezu kein Mensch an NPD-Infostand zu sehen.

Am vergangenen Wochenende protestierte das neugegründete Bündnis „Keine Stimme den Nazis in Storkow und anderswo!“ gegen die Infotour der Neonazipartei, welche jeweils am Samstag und Sonntag durch sechs verschiedene Ortsteile von Storkow führen sollte. Anlass dafür war die am 11.09.2011 stattfindende Bürgermeisterwahl in Storkow, für die auch Brandenburgs NPD-Chef Klaus Beier kandidiert.

Erste Station am Samstag war in Rieplos. Noch vor der Ankunft der Neonazis konnten sich die Gegendemonstrant_Innen auf der gegenüberliegenden Straßenseite postieren und empfingen die NPD mit „Buh“-Rufen. Mit dabei war die gesamte Führungsriege der NPD Oderland, darunter Klaus Beier, Manuela Kokott, Frank Odoy, Andreas Kavalier, Antje Kottusch, sowie Frank Maar. Letzterer war es auch, der sofort nach Ankunft Kontakt mit den Gegendemonstrant_Innen aufnehmen wollte, aber bestimmt zu seinen Kamerad_Innen zurückgewiesen wurde. Des weiteren beteiligten sich an den Informationsständen drei Jugendliche, bei einem handelte es sich offensichtlich um einen Sympathisant der gewaltbereiten „Autonomen Nationalisten“. Viel zu hören war von dem Neonazi-Nachwuchs allerdings nicht, scheinbar haben sie den Befehl erhalten sich nicht zu äußern, was sie auch gehorsam befolgten. Sie halfen bei dem Aufhängen von Klaus Beier – Plakaten und zusammen mit Frank Maar steckten sie Flyer in die umliegenden Briefkästen.

Falls die NPD mit Andrang gerechnet hatte, wurde sie bitter enttäuscht: Auch in Alt-Stahnsdorf, Kummersdorf und Philadelphia konnten sie ihre Informationsbroschüren fast ausschließlich in den Briefkästen von Anwohner_Innen unterbringen. Diese wurden jedoch auch über Klaus Beier und seine Machenschaften mit Flyern des Bündnisses „Keine Stimme den Nazis in Storkow und anderswo!“ aufgeklärt. Schon im Vorfeld konnten in allen Orten Plakate aufgehangen werden, die eindeutig Position gegen Neonazis bezogen.


sichtlich gereizt: Klaus Beier, sowie Antje Kottusch

Die Stimmung unter den Gegendemonstrant_Innen war bestens und sie ließen sich auch nicht von Beleidigungen wie „Sozialschmarotzer“ davon abbringen, die Neonazis darauf hinzuweisen, dass sie nicht erwünscht sind und am besten einfach nach Hause fahren sollten. Nachdem sich in Görsdorf wieder niemand für die sichtlich deprimierten Anhänger_Innen der NPD interessierte, fuhren sie zuletzt nach Groß Schauen. Hier erreichte die NPD bei den Kreistagswahlen 2008 23% der Stimmen, von denen sich aber an diesem Tag niemand öffentlich dazu bekennen wollte.

Schon am Samstag wurde klar, dass das Bündnis aus verschiedensten zivilgesellschaftlichen Akteuren, Antifaschist_Innen und demokratischen Parteien aller Altersstufen ein klares Zeichen gegen die Bürgermeisterkandidatur von Klaus Beier gesetzt hat. In vielen Orten schlossen sich Bewohner_Innen spontan den Protesten an. Auffällig war die Gereiztheit der Neonazis, welche die Gegendemonstrant_Innen nicht nur beschimpften und beleidigten, sondern auch mit Gewalt bis hin zu „Hausbesuchen“ drohten.

Auch am Sonntag folgten wieder bis zu 40 Menschen dem Aufruf des Bündnisses und machten sich zuerst auf nach Selchow, wo der Ortsbürgermeister sich mit den Gegendemonstrant_Innen solidarisierte und ihren Protest unterstützte. In Groß Eichholz bekam die NPD Unterstützung vom NPD-Ortsvorsitzenden aus Königs Wusterhausen, Michael Thalheim, sowie dem Vorsitzenden des NPD Kreisverbandes Dahmeland, Sven Haverlandt. Letzterer geriet erst vor kurzem in den Fokus der Öffentlichkeit, weil er an dem Aufbau eines „nationalen Jugend- und Freizeitzentrums“ in Märkisch Buchholz beteiligt ist. Das Internetportal Inforiot berichtete.
In Kehrigk war es mit der Unterstützung aber schon wieder vorbei, beide ließen sich nicht mehr blicken.


alte Bekannte? Frank Odoy (rotes T-shirt) und Manuela Kokott (rechts) im Gespräch mit der aufstrebenden deutschen Jugend aus Limsdorf

Nächste Station war Limsdorf. Hier bekamen die Protestierenden Unterstützung von dem Ortsvorsteher. Derweil gesellten sich vier Jugendliche zu den NPDlern. Sofort wurden sie mit Infomaterial versorgt und es entstand der Eindruck, dass es nicht die erste Begegnung mit den Kadern der NPD war. Außerdem wurde bekannt, dass im benachbarten Möllendorf in der letzten Zeit immer wieder Sticker der NPD auftauchten und in dem Jugendclub des Ortes rechte Jugendliche ihr Unwesen treiben. In Limsdorf wurde ein Verkehrsschild gesehen, auf dem die antisemitische Parole „Stop Israel“ zu lesen war. Die letzte Station des Tages war Bugk, dort schloßen sich, wie in vielen anderen Orten, Bewohner_Innen, sowie der Ortsbürgermeister den Protestierenden an. Noch einmal wurden den Neonazis lautstark klargemacht, dass sie doch besser die Heimreise antreten sollten.


„STOP ISRAEL“ – nicht die einzige rechte Parole in Limsdorf und Umgebung

Für das Bündnis bleibt nun Zeit ein Resümee der vergangenen Tage zu ziehen. Innerhalb weniger Tage konnte ein breites, demokratisches Bündnis auf die Beine gestellt werden, welches gezeigt hat, dass es wichtig ist, menschenverachtendem Gedankengut eine vielfältige, antifaschistische Kultur entgegenzusetzen. Es wurden in jedem Ort Flyer verteilt, Plakate aufgehangen und Menschen für den Kampf gegen Neonazis sensibilisiert. Wir werten das Wochenende als einen vollen Erfolg, mit dem wir so nicht gerechnet hätten. Bis zum 11. September stellen wir uns auf weitere Wahlkampfaktionen der NPD ein und werden weiterhin versuchen ihren selbsternannten „Werbefeldzug“ zum Desaster zu machen!

Achtet auf weitere Ankündigungen!

Keine Stimme den Nazis in Storkow und anderswo!