Bündnis folgt Einladung von Aktion Sühnezeiche Friedensdienste e.V.

Am 07. September war Christopher Voß in seiner Funktion als Pressesprecher des Bündnisses „Keine Stimme den Nazis in Storkow und anderswo!“ zu Besuch in der „Evangelischen Jugendbildungs- und Begegnungsstätte Hirschluch“. Er folgte damit einer Einladung von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e. V. Dort wurden in einem mehrtägigen Seminar ca. 180 Jugendliche auf ihren freiwilligen sozialen Auslandsdienst vorbereitet. Die Jugendlichen interessierten sich für die Entstehung des Bündnisses, sowie welche Erfahrungen und Erlebnisse gemacht wurden.
Die Teilnehmer_innen stellten etliche Nachfragen zur Neonazi-Szene in der Region. Die Jugendlichen waren von dem Engagement und vor allem die kurze Anlaufzeit bis zur Gründung des Bündnisses so angetan, dass sie gerne die Arbeit unterstützen wollten.
So sammelten sich 40 Jugendliche um 16 Uhr am Eingang des Geländes und halfen dabei, Flyer des Bündnisses in Briefkästen zu verteilen und Plakate an Laternen des Ortes aufzuhängen. ‚‘Es war sehr erfreulich und ermutigend, wie sich die 40 Jugendlichen spontan zusammenfanden, um uns beim Kampf gegen Neonazis in Storkow zu unterstützen.“, so äußerte sich begeistert Voß.
Von einen kleinen Zwischenfall mit zwei stadtbekannten Neonazis in der Fürstenwalder Straße, kurz vor dem Plattenbauten ließen sich die Jugendlichen nicht einschüchtern. Als sie ein Plakat des Bündnisses anbringen wollten, wurden sie von einer Person angepöbelt und er spuckte ihnen vor die Füße sowie auf das Plakat.
In nahezu jedem Haushalt der Stadt wurden Flyer des Bündnisses verteilt, die alle Bürger_innen noch einmal über den Rassisten und NPD-Bürgermeisterkandidat Klaus Beier aufklären.

Neonazis versuchen Bündnispartner_Innen einzuschüchtern

In der Nacht vom Freitag, den 26. August auf Sonnabend, den 27. August 2011 wurden die Räumlichkeiten des Friedensdorf Storkow e.V. und das Arbeitsbüro der Bürgermeisterkandidatin, Cornelia Schulze Ludwig (SPD), mit Plakaten der NPD zugeklebt. Außerdem konnten an einer Bushaltestelle am Hortgebäude rechtswidrige Plakatierungen mit NPD-Motiven festgestellt werden.

Das Friedensdorf, sowie Cornelia Schulze Ludwig sind aktive Bündnispartner_Innen der neu initiierten Kampange „Keine Stimme den Nazis in Storkow und anderswo!“ Das Bündnis wertet dieses undemokratische Verhalten als Angriff und zeigt einmal mehr, dass Neonazis jedes Mittel recht ist, um politische Gegner_Innen zu provozieren und einzuschüchtern. Es wurde Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Außerdem wurden im Stadtgebiet Plakate, die sich eindeutig gegen Neonazismus und Rassismus positionieren, mit Plakaten vom neonazistischen „Freien Netz“ überklebt. Letztere fordern einen „Nationalen Sozialismus“. „Viele Anhänger_Innen des Bündnisses werten diese Tat als zunehmende Nervosität der Neonazis in der Region, da nun eine breite Zivilgesellschaft sich der NPD aktiv entgegenstellt. “ erklärt der Pressesprecher von „Keine Stimme den Nazis in Storkow und anderswo!“, Christopher Voß.

Erfolgreicher Protest gegen die NPD-Infotour!

Bis zu 40 Personen beteiligen sich an Protesten gegen die NPD. Neonazis um Klaus Beier entblößen sich mehrmals als Rassist_Innen und Sozialchauvinist_Innen. Nahezu kein Mensch an NPD-Infostand zu sehen.

Am vergangenen Wochenende protestierte das neugegründete Bündnis „Keine Stimme den Nazis in Storkow und anderswo!“ gegen die Infotour der Neonazipartei, welche jeweils am Samstag und Sonntag durch sechs verschiedene Ortsteile von Storkow führen sollte. Anlass dafür war die am 11.09.2011 stattfindende Bürgermeisterwahl in Storkow, für die auch Brandenburgs NPD-Chef Klaus Beier kandidiert.

Erste Station am Samstag war in Rieplos. Noch vor der Ankunft der Neonazis konnten sich die Gegendemonstrant_Innen auf der gegenüberliegenden Straßenseite postieren und empfingen die NPD mit „Buh“-Rufen. Mit dabei war die gesamte Führungsriege der NPD Oderland, darunter Klaus Beier, Manuela Kokott, Frank Odoy, Andreas Kavalier, Antje Kottusch, sowie Frank Maar. Letzterer war es auch, der sofort nach Ankunft Kontakt mit den Gegendemonstrant_Innen aufnehmen wollte, aber bestimmt zu seinen Kamerad_Innen zurückgewiesen wurde. Des weiteren beteiligten sich an den Informationsständen drei Jugendliche, bei einem handelte es sich offensichtlich um einen Sympathisant der gewaltbereiten „Autonomen Nationalisten“. Viel zu hören war von dem Neonazi-Nachwuchs allerdings nicht, scheinbar haben sie den Befehl erhalten sich nicht zu äußern, was sie auch gehorsam befolgten. Sie halfen bei dem Aufhängen von Klaus Beier – Plakaten und zusammen mit Frank Maar steckten sie Flyer in die umliegenden Briefkästen.

Falls die NPD mit Andrang gerechnet hatte, wurde sie bitter enttäuscht: Auch in Alt-Stahnsdorf, Kummersdorf und Philadelphia konnten sie ihre Informationsbroschüren fast ausschließlich in den Briefkästen von Anwohner_Innen unterbringen. Diese wurden jedoch auch über Klaus Beier und seine Machenschaften mit Flyern des Bündnisses „Keine Stimme den Nazis in Storkow und anderswo!“ aufgeklärt. Schon im Vorfeld konnten in allen Orten Plakate aufgehangen werden, die eindeutig Position gegen Neonazis bezogen.


sichtlich gereizt: Klaus Beier, sowie Antje Kottusch

Die Stimmung unter den Gegendemonstrant_Innen war bestens und sie ließen sich auch nicht von Beleidigungen wie „Sozialschmarotzer“ davon abbringen, die Neonazis darauf hinzuweisen, dass sie nicht erwünscht sind und am besten einfach nach Hause fahren sollten. Nachdem sich in Görsdorf wieder niemand für die sichtlich deprimierten Anhänger_Innen der NPD interessierte, fuhren sie zuletzt nach Groß Schauen. Hier erreichte die NPD bei den Kreistagswahlen 2008 23% der Stimmen, von denen sich aber an diesem Tag niemand öffentlich dazu bekennen wollte.

Schon am Samstag wurde klar, dass das Bündnis aus verschiedensten zivilgesellschaftlichen Akteuren, Antifaschist_Innen und demokratischen Parteien aller Altersstufen ein klares Zeichen gegen die Bürgermeisterkandidatur von Klaus Beier gesetzt hat. In vielen Orten schlossen sich Bewohner_Innen spontan den Protesten an. Auffällig war die Gereiztheit der Neonazis, welche die Gegendemonstrant_Innen nicht nur beschimpften und beleidigten, sondern auch mit Gewalt bis hin zu „Hausbesuchen“ drohten.

Auch am Sonntag folgten wieder bis zu 40 Menschen dem Aufruf des Bündnisses und machten sich zuerst auf nach Selchow, wo der Ortsbürgermeister sich mit den Gegendemonstrant_Innen solidarisierte und ihren Protest unterstützte. In Groß Eichholz bekam die NPD Unterstützung vom NPD-Ortsvorsitzenden aus Königs Wusterhausen, Michael Thalheim, sowie dem Vorsitzenden des NPD Kreisverbandes Dahmeland, Sven Haverlandt. Letzterer geriet erst vor kurzem in den Fokus der Öffentlichkeit, weil er an dem Aufbau eines „nationalen Jugend- und Freizeitzentrums“ in Märkisch Buchholz beteiligt ist. Das Internetportal Inforiot berichtete.
In Kehrigk war es mit der Unterstützung aber schon wieder vorbei, beide ließen sich nicht mehr blicken.


alte Bekannte? Frank Odoy (rotes T-shirt) und Manuela Kokott (rechts) im Gespräch mit der aufstrebenden deutschen Jugend aus Limsdorf

Nächste Station war Limsdorf. Hier bekamen die Protestierenden Unterstützung von dem Ortsvorsteher. Derweil gesellten sich vier Jugendliche zu den NPDlern. Sofort wurden sie mit Infomaterial versorgt und es entstand der Eindruck, dass es nicht die erste Begegnung mit den Kadern der NPD war. Außerdem wurde bekannt, dass im benachbarten Möllendorf in der letzten Zeit immer wieder Sticker der NPD auftauchten und in dem Jugendclub des Ortes rechte Jugendliche ihr Unwesen treiben. In Limsdorf wurde ein Verkehrsschild gesehen, auf dem die antisemitische Parole „Stop Israel“ zu lesen war. Die letzte Station des Tages war Bugk, dort schloßen sich, wie in vielen anderen Orten, Bewohner_Innen, sowie der Ortsbürgermeister den Protestierenden an. Noch einmal wurden den Neonazis lautstark klargemacht, dass sie doch besser die Heimreise antreten sollten.


„STOP ISRAEL“ – nicht die einzige rechte Parole in Limsdorf und Umgebung

Für das Bündnis bleibt nun Zeit ein Resümee der vergangenen Tage zu ziehen. Innerhalb weniger Tage konnte ein breites, demokratisches Bündnis auf die Beine gestellt werden, welches gezeigt hat, dass es wichtig ist, menschenverachtendem Gedankengut eine vielfältige, antifaschistische Kultur entgegenzusetzen. Es wurden in jedem Ort Flyer verteilt, Plakate aufgehangen und Menschen für den Kampf gegen Neonazis sensibilisiert. Wir werten das Wochenende als einen vollen Erfolg, mit dem wir so nicht gerechnet hätten. Bis zum 11. September stellen wir uns auf weitere Wahlkampfaktionen der NPD ein und werden weiterhin versuchen ihren selbsternannten „Werbefeldzug“ zum Desaster zu machen!

Achtet auf weitere Ankündigungen!

Keine Stimme den Nazis in Storkow und anderswo!

Infostände der NPD rund um Storkow massiv gestört!

Für den heutigen Tag bleibt festzuhalten, dass durch lautstarken Protest und konsequenter Ablehnung der angereisten Neonazis, die Wahlkampftour des Bürgermeisterkandidaten Klaus Beier zum Desaster gemacht wurde. Von der lokalen Bevölkerung nahezu unbeachtet, sahen sie sich stundenlanger, vehementer Verspöttung der zahlreichen Gegendemonstrant_Innen ausgesetzt.
Lily Allen – F**k You

Eine Gesamteinschätzung der Proteste des Wochenendes folgt am Sonntag. (sorry für die Verspätung)

Auch für morgen ruft das Bündnis: „Keine Stimme den Nazis in Storkow und anderswo!“ zu Protesten gegen die Wahlkampftour der NPD rund um Storkow auf.

Kommt zahlreich! Seid laut!

NPD – Infotour am 20. und 21. August durch die Ortsteile von Storkow (Mark) geplant

Im Rahmen der Bürgermeisterwahl für Storkow (Mark) meldet die rechtsradikale NPD Infostände für den 20. und 21.08.2011 in nahezu allen Ortsteilen an. Mit engagierten Gegenprotesten ist zu rechnen.

Der Bürgermeisterkandidat der NPD für Storkow (Mark) ist Klaus Beier. Er nimmt eine zentrale Rolle im Bundesverband der NPD ein, ist Bundespressesprecher, Bundesgeschäftsführer der NPD sowie Vorsitzender des brandenburgischen Landesverbandes . 2006 geriet Beier überregional in die Schlagzeilen, als er gemeinsam mit der NPD in Fürstenwalde Anfang März unter der Überschrift „Die Weißen kommen“ öffentlich angekündigt hatte, ein von der evangelischen Jugendbildungsstätte Hirschluch organisiertes Anti-Rassismus-Seminar mit Jugendlichen schwarzer Hautfarbe aus Berlin und Brandenburg „aufmerksam begleiten und besuchen“ zu wollen, und in rassistischer Art und Weise gegen die Veranstaltung hetzte. Im selben Jahr fiel er durch rassistische Äußerungen gegenüber dem damaligen Fussballnationalspieler Patrick Owomoyela auf. Auch Mesut Özil wurde 2009 von ihm rassistisch als ‚‘Ausweis-Deutscher'‘ beleidigt. Schon mehrfach musste sich Beier wegen rassistischen Beleidigungen sowie Hausfriedensbruch vor Gericht verantworten: So wurde er bspw. zu einer Geldstrafe von 1.500 Euro verurteilt, als er sich zweimal geweigert hatte eine Gemeindevertretersitzung in Rauen zu verlassen, als der nichtöffentliche Teil begann und der Bürgermeister ihn zum Gehen aufgefordert hatte.
Zusammen mit Manuela Kokott und Lars Beyer baute Beier den Kreisverband NPD Oderland auf und zu den Kommunalwahlen im Jahre 2003 und 2008 konnte die NPD den Sprung in den Kreistag schaffen.

„Keine Stimme den Nazis“

Das Bündnis „Keine Stimme den Nazis in Storkow und anderswo!“ ruft zu Gegenkundgebungen in der Nähe der Infostände auf. „Es gilt der menschenverachtenden rassistischen Ideologie der NPD eine demokratische und antifaschistische Kultur entgegenzusetzen“ so der Pressesprecher des Bündnisses Christopher Voß. Das Bündnis wird sowohl von offiziellen Vetreter_innen der Ortsteile als auch von zivilgesellschaftlichen Vereinen und Initiativen getragen. Mit dem Bündnis ist ein breiter gesellschaftlicher Konsens der Demokrat_innen in der Region geschaffen worden.

Angemeldete Infostände

Samstag, 20.08.2011
Rieplos 10:00 – 10:30
Alt Stahnsdorf 11:00 – 11:30
Kummersdorf 12:00 – 12:30
Philadephia 13:00 – 13:30
Görsdorf 14:00 – 14:30
Groß Schauen 15:00 – 15:30

Sonntag, 21.08.2011
Selchow 10:00 – 10:30
Schwerin 11:00 – 11:30
Groß Eichholz 12:00 – 12:30
Kehrigk 13:00 – 13:30
Limsdorf 14:00 – 14:30
Bugk 15:00 – 15:30

Kontakt
Bündnis „Keine Stimme den Nazis in Storkow und anderswo!“

Ansprechpartner
Christopher Voß
Sebastian Mock

e-mail: ksdn-storkow@gmx.de
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